Mehr Ruhe im Klassenzimmer – durch Bewegung!

Wie Reize Kindern helfen, sich selbst zu regulieren

„Sitz still!“ – ein Satz, den wir alle kennen.
Und doch wissen wir: Viele Kinder können gar nicht still sitzen.

Nicht, weil sie nicht wollen.
Sondern weil ihr Körper nach Bewegung, Druck oder Spannung ruft.

Die gute Nachricht:
Mit gezielten Hilfsmaterialien aus dem Bereich der Ergotherapie kannst du deinen Kindern helfen, sich selbst zu regulieren – leise, unauffällig und wirksam.


Warum Bewegung Ruhe schafft

In der Ergotherapie spricht man von propriozeptiver Wahrnehmung.
Das ist der Sinn, der uns sagt:

Wo ist mein Körper?
Wie viel Kraft setze ich ein?
Wie stabil fühle ich mich?

Wenn Kinder diesen Sinn gezielt ansprechen dürfen, kann ihr Nervensystem runterfahren.
Sie werden ruhiger, fokussierter und ausgeglichener.

Nicht durch Stillsein, sondern durch dosierte Bewegung.


Typische Signale im Klassenzimmer

Vielleicht erkennst du diese Kinder:

  • sie wippen, kippeln, rutschen

  • sie knibbeln, reißen, kneten alles kaputt

  • sie stehen ständig auf

  • sie wirken „zappelig“, schnell gereizt oder müde

Das ist kein Fehlverhalten.
Das ist ein Regulationsversuch des Körpers.


Welche Materialien wirklich helfen

🟣 Wackelkissen

Für den Stuhl.
Mikrobewegung ohne Aufstehen – entlastet den Bewegungsdrang.

🟢 Theraband unter dem Tisch

Für die Füße.
Kinder drücken, ziehen oder spannen – das gibt Tiefenreize.

🟠 Igelball & Knautschball

Für die Hände.
Druck abbauen, Spannung loslassen.

🔵 Gewichtskissen

Auf den Oberschenkeln.
Gibt „Schwere“ – viele Kinder werden sofort ruhiger.


Der wichtigste Punkt: Klare Regeln

Hilfsmaterial wirkt nur, wenn Kinder lernen, es bewusst zu nutzen.

In meiner Klasse gilt:

  1. Ich nehme das Material leise.

  2. Ich bleibe an meinem Platz.

  3. Es hilft mir beim Zuhören & Arbeiten.

  4. Es ist kein Spielzeug.

  5. Lenkt es mich ab, lege ich es zurück.

So entsteht Selbstverantwortung statt Kontrolle.


Die Klassenroutine

  1. Kind merkt: Ich bin unruhig.

  2. Es wählt ein Material.

  3. Nach 10 Minuten: kurze Selbstreflexion
    → Hilft mir das gerade?

So lernen Kinder:

Ich kann mir selbst helfen.


Fazit

Wir müssen Kinder nicht „ruhig machen“.
Wir dürfen ihnen Wege zeigen, sich selbst zu regulieren.

Nicht gegen ihren Körper –
sondern mit ihm.

Mehr Bewegung = mehr Ruhe.
Mehr Selbstwahrnehmung = mehr Lernen.

💗

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