Weltkindertag in der Grundschule: Kinderrechte spielerisch entdecken
Am 20. September ist Weltkindertag – eine schöne Gelegenheit, Kinderrechte im Unterricht in den Mittelpunkt zu stellen.
Doch Kinderrechte sind zunächst ein ziemlich großes Thema. Was bedeutet eigentlich das Recht auf Schutz? Warum haben Kinder ein Recht auf Bildung? Und was heißt es, dass jedes Kind seine Meinung sagen darf?
Gerade in der Grundschule müssen solche Begriffe nicht über lange Texte vermittelt werden. Bilder, Bewegung, Gespräche, Musik und kreative Aufgaben ermöglichen einen viel unmittelbareren Zugang.
Deshalb habe ich ein Material entwickelt, mit dem Kinder ab Klasse 1 wichtige Kinderrechte spielerisch entdecken können. Die einzelnen Bausteine lassen sich je nach Alter unterschiedlich vertiefen.
Einstieg: Brauche ich das oder wünsche ich mir das?
Bevor es um Kinderrechte geht, starten die Kinder bei ihrer eigenen Lebenswelt:
Was brauche ich wirklich – und was wünsche ich mir?
Dazu werden verschiedene Bildkarten betrachtet und den beiden Kategorien „Das brauche ich“ und „Das wünsche ich mir“ zugeordnet.
Essen, ein Zuhause oder Geborgenheit treffen dabei beispielsweise auf Dinge wie Handy, Markenkleidung, Süßigkeiten, die wir gerne hätten, aber nicht unbedingt zum Leben brauchen.
Schon beim Sortieren entstehen spannende Gespräche: Was braucht jedes Kind? Brauchen alle Kinder dasselbe? Was ist notwendig, damit es einem Kind gut geht?
Bei jüngeren Kindern kann die Zuordnung hauptsächlich über die Bilder erfolgen. Ältere Grundschulkinder können ihre Entscheidungen zusätzlich begründen und über Grenzfälle diskutieren.
Sechs wichtige Kinderrechte kennenlernen
Anschließend werden sechs Kinderrechte mithilfe großer, kindgerechter Bildkarten entdeckt:
🏠 Ich habe das Recht, gut versorgt zu werden.
🏫 Ich habe das Recht zu lernen.
⚽ Ich habe das Recht zu spielen und mich auszuruhen.
❤️ Ich habe das Recht auf Schutz und darauf, dass mir niemand wehtut.
🗣️ Ich darf sagen, was ich denke, und werde gehört.
🌍 Alle Kinder haben die gleichen Rechte.
Die Bilder können zunächst ohne Erklärung gezeigt werden: Was könnte dieses Bild bedeuten?
So kommen die Kinder selbst ins Gespräch und erschließen sich die Bedeutung der Rechte gemeinsam.
Kinderrechte in Bewegung
Nach dem Gespräch wird es aktiv. Zu jedem Kinderrecht gibt es eine passende einfache Bewegung.
Daraus lässt sich zum Beispiel ein Kinderrechte-Stopp-Tanz machen: Musik läuft, die Kinder bewegen sich frei im Raum. Stoppt die Musik, wird eine der Rechtekarten gezeigt und alle führen die passende Bewegung aus.
Nach einigen Runden können die Kinder versuchen, das Kinderrecht allein anhand des Symbols oder der Bewegung zu erkennen.
So verbinden sich Bild, Sprache und Bewegung – und aus abstrakten Begriffen werden einprägsame Erfahrungen.
Gemeinsam sprechen, klatschen und singen
Auch ein kleiner Kinderrechte-Rap gehört zur Einheit.
Der Text kann gemeinsam gesprochen, geklatscht oder mit einer eigenen einfachen Melodie gesungen werden.
Gerade für jüngere Kinder ist die Wiederholung hilfreich. Ältere Kinder könnten anschließend sogar eigene Zeilen zu weiteren Kinderrechten erfinden.
Welches Kinderrecht ist für mich besonders wichtig?
Zum Abschluss werden die Kinder selbst zu Wort kommen:
Welches Kinderrecht ist für mich besonders wichtig?
Auf dem Blatt „Mein wichtigstes Kinderrecht“ dürfen sie ihre Gedanken zeichnerisch darstellen. Wer bereits schreiben kann, kann sein Bild natürlich durch einen Satz oder eine kleine Begründung ergänzen.
Die fertigen Arbeiten ergeben eine schöne Kinderrechte-Ausstellung im Klassenraum oder auf dem Schulflur.
So wird gleichzeitig sichtbar: Nicht jedes Kind muss dasselbe Recht auswählen – aber alle Kinder haben dieselben Rechte.
Ein Material, das mit dem Alter mitwachsen kann
Das Schöne an der Einheit ist für mich, dass sie sich ab Klasse 1 und darüber hinaus einsetzen lässt.
In den ersten Klassen stehen Bilder, Sortieren, Bewegung, gemeinsames Sprechen und Malen im Vordergrund. Mit älteren Grundschulkindern können die Gespräche vertieft werden: Warum brauchen Kinder diese Rechte? Werden Kinderrechte überall eingehalten? Welches Recht ist für mich besonders wichtig – und warum?
So kann aus denselben Materialien je nach Lerngruppe eine kurze Weltkindertags-Aktion oder eine ausführlichere Unterrichtseinheit entstehen.
Denn am Ende sollte vor allem eine Botschaft bei den Kindern ankommen:
Ich habe Rechte.
Meine Meinung zählt.
Andere Kinder haben dieselben Rechte.
Und Kinderrechte gelten für alle Kinder. ❤️
Hier zum Material bei Eduki Lehrerflow: KINDERRECHTE



